Home
 Aufklärung
 Archiv
 Freunde
 Kontakt


 Collini lesen:
über Prangins

Blick auf den See  
Blick von der Schloßterasse auf den Park und den Genfer See





Baron Guiguier
Portrait des Baron Guigier, des Gründers von Schloß Prangins (Ausschnitt aus einer Tafel im Schloßgarten)

Schloss Prngins, Landseite

Vielleicht wäre das Schloß Prangins Voltaires ständiger Aufenthaltsort geworden, wenn er nicht (mit seiner Nichte Marguerite Denis und seinem Sekretär Collini) mitten im Winter (14.12.1754) dort angekommen wäre. Es war ein alleinstehendes Schloß, unbewohnt, kalt. Erst nach und nach engagiert Madame Denis 9 Angestellte und bringt mit ihnen dem Hauswesen Leben bei. Unter diesen Angestellten befindet sich auch der damals erst 15 jährige Jean-Louis Wagnière, der später an die Stelle Collinis tritt und Voltaires  treuester Sekretär und lebenslanger Begleiter wird.
In der feuchten Kälte leidet Voltaire an rheumatischen Anfällen, trotzdem überarbeitet er sein Werk Louis XIV und bereitet die Herausgabe seiner Universalgeschichte (Essai sur les moeurs) vor.
Die Hauptbeschäftigung dürfte für ihn aber die Sondierung der Genfer Umgebung nach geeigneten Immobilien gewesen sein, denn Madame Denis will Prangins so schnell wie möglich verlassen. Bedauerlicherweise gibt Voltaire den Klagen seiner Nichte nach und  kauft Anfang 1755 über einen Strohmann 'Les Delices' ganz in der Nähe von Genf. Bedauerlich, weil Prangins mit seiner harmonischen Lage in einer bezaubernden Umgebung der ideale Aufenthaltsort für den nach Ruhe suchenden Voltaire gewesen wäre.
Zur Geschichte des Schlosses:
1723 erwarb der Bankier Louis Guiguer (1675 -1747) das  direkt am Genfer See gelegene, aber verfallene Schloß Prangins mit allen Ländereien. Aus der Ruine wurde im Lauf der Zeit ein stattliches Anwesen, das bis 1814 im Besitz der Familie blieb.
Im Jahr 1873 ging das Schloß übrigens an die Herrnhuter Brüdergemeine, eine Religionsgemeinschaft, der wir in Gotha schon einmal begegnet sind, wo ihr die mit Voltaire befreundete Dorothea von Gotha Altenburg zum Ärger der etablierten Kirche erlaubte, sich in Neudietendorf anzusiedeln.